Kreiskinderhaus mit verlaufenden Wachsmalfarben
Luftballons starten im Innenhof
Vogelbild mit Spruch

Die Heilpädagogische Jugendwohngruppe

Zielgruppe/Aufnahmeindikation

Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts zwischen 14 und 21 Jahren mit:

  • sozialer Störung
  • Altersgemäße hausinterne Anschlussunterbringung zur Verselbstständigung
  • Lern- und Leistungsstörung
  • Entwicklungsverzögerung/Störung
  • Altersgemäße Anschlussunterbringung zur Verselbstständigung externer Jugendlicher
  • emotionaler Störung
  • Vernachlässigung oder Verwahrlosung
  • drohender oder bestehender seelischer Behinderung
  • physischer, psychischer und sexueller Gewalterfahrung
  • Verhaltensauffälligkeiten

Grundsätzlich werden in der Jugendwohngruppe Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren aufgenommen. In Ausnahmefällen kann Eingliederungshilfe auch für junge Volljährige bis 21 Jahren angeboten werden.

Aufnahmeverfahren

  • Der Allgemeine Sozialdienst (ASD) fragt, nachdem eine stationäre Unterbringung vom Jugendamt (JA) und den Erziehungsberechtigten beschlossen wurde, nach freien
    Plätzen bei der Heimleitung (HL) nach bzw. sieht in der Homepage www.kreiskinderhaus-straubing.de nach. 
  • Es erfolgt die Abklärung des pädagogischen und therapeutischen Bedarfs des jungen Menschen zwischen ASD und der HL, indem alle bedeutsamen Vorbefunde z.B. Anamnesebogen, medizinische und psychologische Vorbefunde vorgelegt werden. 
  • Liegt eine eindeutige Indikation für das KKiH vor und ist die vorliegende bzw. sich durch die Aufnahme ergebende Gruppenkonstellation für das einzelne Kind förderlich, wird ein Vorstellungsgespräch vereinbart. An diesem Gespräch nehmen Vertreter des JA, die Erziehungsberechtigten, der junge Mensch, die Heimleitung, die Gruppenleitung, der zuständige Fachdienst der Gruppe und evtl. andere relevante Bezugspersonen teil. 
  • Die Entscheidung bzgl. der stationären Aufnahme in das KKiH wird nach diesem Gespräch von den Mitarbeitern des KKiH getroffen und zeitnah dem JA mitgeteilt.

Familenpause

Familienpause nach Absprache: 2 Wochen

Gruppenstruktur

Tagesablauf

  • Nach dem Frühstück Erledigung der morgendlichen Aufgaben Besuch der umliegenden Schulen oder Berufsschulen bzw. Ausbildungseinrichtungen 
  • nach der Heimkehr Mittagessen, das montags, dienstags und donnerstags vom Kindercaterer zubereitet und geliefert wird, mittwochs und freitags Selbstversorger 
  • strukturierte Hausaufgabenzeit 
  • individuell und sinnvoll gestaltetes Freizeitprogramm 
  • Erledigung der Wochen– und/oder Tagesaufgaben anhand eines individuellen Aufgabenplans (z.B. Zimmer, Kleiderschrank, Wäsche, o.a. Vorbereitung auf schulische Prüfungen) 
  • Tagesreflexion 
  • gemeinsames Abendessen, das von der Jugendwohngruppe eigenverantwortlich zubereitet wird 
    Vorbereitungen für den nächsten (Schul-)Tag 
  • altersgemäß gestaffelte Bettgehzeiten 
  • an Samstagen, Sonntagen und in den Ferien gestaltet sich der Tagesablauf individueller und offener

Räumlichkeiten

  • 2 Einzel– und 4 Doppelzimmer 
  • geschlechtsgetrennte Bäder/Toiletten 
  • Arbeitszimmer für das pädagogische Fachpersonal 
  • verschiedene Gemeinschaftszimmer, wie Küche, Wohn- und Fernsehzimmer inklusive ansprechender, teils mit den jungen Menschen gebauter und gestalteter, Möblierung und Ausstattung

Platzangebot/Inobhutnahme

Die Jugendwohngruppe stellt in der Regel neun Plätze zur Verfügung. Zusätzlich bietet die JWG einen Platz für Unterbringung in Form von Inobhutnahme. Derartige Unterbringungen sind jederzeit möglich. Bei Inobhutnahmen wird ein Zuschlag von 30 % des gültigen Tagessatzes in Rechnung gestellt.

Pädagogisches und therapeutisches Angebot

Bezugsbetreuersystem

In der Jugendwohngruppe arbeiten insgesamt sechs pädagogische Fachkräfte (Sozialpädagogen (B.A.), Pädagogen, Erzieher und Kinderpfleger) im Bezugsbetreuersystem, die eine intensiv-pädagogische Begleitung bieten und eine Betreuung rund um die Uhr gewährleisten. Der Bezugsbetreuer oder dessen festgelegte Vertretung ist hauptverantwortlich für alle Belange des jungen Menschen, d.h. er ist für die Hausaufgabenbetreuung, den Kleidereinkauf, Arztbesuche, Lehrergespräche, die Taschengeldverwaltung, die Freizeitgestaltung usw. zuständig.
Auf der Basis von Empathie und Wertschätzung leistet das pädagogische Fachpersonal Beiträge zum Aufbau tragfähiger Beziehungen. Es ist ebenfalls für eine sinnvolle Gestaltung des Alltags
und die lebenspraktische Förderung des jungen Menschen bis hin zur Verselbständigung verantwortlich. Unterstützend sind dabei klar formulierte Regeln und Strukturen, die gemeinsam mit den Jugendlichen im Rahmen von Konferenzen und Gruppenabenden erarbeitet werden. Zusätzlich soll die Eigenmotivation der jungen Menschen durch gruppeninterne Belohnungssysteme gestärkt werden.

Elternarbeit

Oberstes Ziel einer Heimunterbringung ist immer die Rückführung in die Herkunftsfamilie, wenn diese dem Wohl des jungen Menschen dient auch wenn im Rahmen der Betreuung in der Jugendwohngruppe überwiegend die Verselbständigung Vorrang hat. Aufgrund dessen finden regelmäßige Gespräche zwischen den Erziehungsberechtigten und der Gruppenleitung oder
dem Fachdienst statt. Zusätzlich bieten diese Gespräche den Rahmen für einen engen Austausch bzgl. aller den jungen Menschen betreffenden Belange.

Fachleistungsstunden

Um alle Jugendlichen der Gruppe kennenzulernen und um sich ein Bild der individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen machen zu können, erhält jeder „Neuankömmling“ mehrere
Einzelstunden mit dem Fachdienst. Dies ermöglicht uns eine psychologische Einschätzung jedes einzelnen Gruppenmitglieds, um u.a. eine verbesserte Ermittlung des individuellen
Förderbedarfs vornehmen zu können. Zusätzlich werden die Jugendlichen zu Beginn der Maßnahme dabei begleitet, sich in der veränderten Situation und in der Gruppe einzufinden und bekommen die Möglichkeit, den Fachdienst als Ansprechpartner kennenzulernen.
Zusätzlich nimmt der Fachdienst an einem Nachmittag in der Woche am Gruppenalltag teil und steht für spontane Gespräche zur Verfügung. Bei Bedarf können systemische Familiengespräche mit Familienmitgliedern geführt werden. Diese sind v.a. am Anfang der Betreuung und bei geplanten Rückführungen sinnvoll.

Ansprechpartner:

Tanja Sellmann
B.A. Psychology Hons.
Tel.-Nr. 09421/9394-26

Tagesreflexion/Chips

Die pädagogischen Fachkräfte der Jugendwohngruppe arbeiten mit einem individuell an die Gruppe angepassten positiven Verstärkersystem. In der sechs Mal wöchentlich stattfindenden Tagesreflexion wird gemeinsam mit den jungen Menschen der Tag besprochen. Dabei werden zusammen mit den Jugendlichen folgende Punkte besprochen und seitens der Betreuer fair und transparent bewertet:

Organisation

  • Ordnung im Zimmer, Badezimmer, Schrank, Garderobenschrank 
  • Einhaltung von Terminen und individuell vereinbarten Wochen– und/oder Tagesplänen

Aufgaben

  • Hausaufgaben 
  • Gruppendienste

Sozialverhalten

  • Respektvolles und angemessenes Verhalten gegenüber Betreuern und Jugendlichen

Jeder Bereich wird bei positiver Reflexion mit einem Chip belohnt. In der Woche können so bis zu 18 Chips verdient werden, diese können in der Gruppe gegen Sachwerte (Süßigkeiten, besondere Getränke, hochwertige Kosmetika und Hygieneartikel usw.) und Freizeitaktivitäten (Kinokarten, Zugtickets, Eintrittspreise usw.) eingelöst werden. Samstags und während der Schulferien findet keine Reflexion statt.

Freizeit– und Ferienmaßnahmen 

  • Anbindung an örtliche Vereine 
  • Gruppeninterne Freizeitangebote wie Radfahren, Sport, Kegeln, Ausflüge an Gruppensamstagen 
  • Hausintern: Billard, Tischtennis, Kicker, Playstation 
  • Möglichkeit, an gruppenübergreifenden Aktivitäten teilzunehmen Ferienfreizeit 
  • Besuch kultureller Veranstaltungen 
  • Möglichkeit, Eintritts– und Fahrkarten über Verstärkersystem einzulösen

Ansprechpartner

Kerstin Kobler
Erzieherin, Gruppenleitung
Tel. 09421/9394-20